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Dieser Text ist für den Reporterpreis 2009 nominiert.
Dieses
Hinlegen ist wie ein Kippen aus der Welt, zwei Wimpernschläge
schnell. Links ein Gitter hoch. Das Gitter rechts. Schon beginnt
dieses neue Leben. Es ist ein Leben im Liegen.
Alles
ist zugewiesen. Der Raum, das Bett, die Rückenlage. Sogar das
Sichtfeld. Die Zimmerdecke ist weiß. Zwei Leuchtstoffröhren geben
Licht. Von draußen ist ein Auto zu hören. Zu sehen ist es nicht,
bis zum Fenster lässt sich der Kopf nicht drehen. Die Füße sind
festgebunden. Die Hände stecken angezurrt. Der Bauchgurt schließt
sich. Der Pfleger verabschiedet sich. "Ich mach meine Runde, in
einer Stunde komm ich wieder." Sagt er. Was ist, wenn er nicht
kommt? Zwischen den Beinen raschelt die Windel. Das gibt sich
schnell. Es ist warm heute, bald klebt sie am Körper fest. An der
Decke krabbelt eine Fliege. Der Pfleger hat erzählt, dass er heute
noch einen Termin hat, mit seiner Tochter. Die will nicht zum
Zahnarzt. Denkt er noch daran, vorher zurückzukommen? Die Fliege ist
sehr dick, sehr schwarz. Sie brummt eine Runde durchs Zimmer. Sie
soll sich bitte nicht ins Gesicht setzen. Links markiert ein Schild
in Grün den Fluchtweg. Der Mann darauf läuft, hinter ihm züngeln
Flammen. Was, wenn jetzt Alarm ausgelöst wird? Oben im Haus schlägt
eine Tür zu. Es kostet Überwindung, das erste Mal in die Windel zu
pinkeln.
Ist
das eine Ahnung von Alter, die der Selbstversuch gibt? Der Pfleger
ist examiniert, das Heim ist zertifiziert, Bett und Bettgitter sind
normiert. Sogar die Windeln sind farblich klassifiziert. Die
5-Punkt-Fixierung, die unfähig macht, auch nur eine Fliege zu
verscheuchen, ist ein deutsches Qualitätsprodukt. Das Prinzip ist
vollkommen. Nur der Mensch darin fühlt sich als Opfer.
Alter
macht, irgendwann, hilflos. In Deutschland leben über 700000
Menschen in Pflegeheimen. Sie ziehen ein in das perfektionierte
System der Altenpflege. In vielen Fällen verlieren sie nicht allein
die Wohnung. Sie geben Eigenarten auf, die sie ein Leben lang
entwickelt haben. Sie verlieren Handlungsspielräume. Im extremen
Fall können sie keine Hand mehr heben. Jedes Jahr geben Gerichte
mehr als 20000 Menschen zur Fixierung frei. Vergangenes Jahr
verurteilte ein Stuttgarter Gericht einen Vormundschaftsrichter zu
dreieinhalb Jahren Haft. Er hatte für 47 Bewohner von Pflegeheimen
Bauchgurte und Bettgitter genehmigt, nach Aktenlage. Den
vorgeschriebenen Besuch vor Ort und die Anhörung im Einzelfall hatte
er sich gespart. Der Richter wollte mehr Zeit für die eigene Familie
haben. So banal ist Schicksal.
2050
werden 5,5 Millionen Menschen in Deutschland über 85 Jahre alt sein.
Spätestens dann erreichen die geburtenstarken Jahrgänge der
Sechzigerjahre die Pflegegrenze. Noch ist es die genügsame
Generation, die sich in den Heimen einrichtet. Sie hat den Weltkrieg
überlebt, manchmal zwei Kriege, und ist ohne den pauschal gebuchten
Anspruch auf Selbstverwirklichung, Individualität und Lebensglück
alt geworden. Vielleicht hilft das beim Altsein.
Frau
H. ist mit ihrer Reisegruppe da. Das Hotel, na ja, man hat schon
Besseres gesehen. Aber der Service ist sehr bemüht, lobt sie. Sie
hat sich sorgfältig zurechtgemacht für den Tag. Perlen an den
Ohren, Perlenkette um den Hals. Die gute Bluse mit den
rot-beige-schwarzen Streifen. Auch Frau D. vom Bett nebenan ist schon
fertig. Bald wird sie ihren Geliebten treffen. Die Hose trägt sie
verkehrt herum. Stationsleiterin Margot Schnaitter ist stolz auf sie.
Es ist das erste Mal seit einem halben Jahr, dass sich Frau D. selbst
angekleidet hat.
Die
beiden Frauen leben in der beschützenden Abteilung des Alten- und
Betreuungszentrums Wasserburg. Dieses Heim ist unter den 11000
Pflegeheimen in Deutschland weder besonders groß noch besonders
klein. Es ist nicht besonders alt oder besonders modern. Es liegt in
einer besonders schönen Stadt, die sich vom Inn sehr malerisch
umspülen lässt. Aber das bekommt keiner der 16 Be-wohner von
Station I mehr zu sehen. Die Tür öffnet sich nur per Knopfdruck.
Das "HERZLICH WILLKOMMEN", das bunt ausgeschnitten in
Großbuchstaben gegenüber vom Eingang klebt, ist ein Willkommen im
Endgültigen. Für jeden Menschen hier haben Vormundschaftsrichter
gute Gründe gefunden, Fixierungen zu genehmigen. Dennoch versucht
die Station I seit einem Jahr, den Menschen diesen Rest Freiheit
wiederzugeben.
Im
Regal bei Herrn S. steht noch die Urkunde von Schachturnier 1997. Den
siebten Platz hat er gemacht. Heute macht er nachts in Bett. "Das
überzieh ich später", entscheidet Margot Schnaitter. "Die
Menschen kommen vor den Betten." Sie schließt den
Kleiderschrank auf. Die Nacht über bleibt die Kleidung weggesperrt.
Herr S. kann die Tageszeiten nicht unterscheiden. Oft macht er sich
mitten in der Nacht ausgehfertig. Jetzt hat er keine Lust. "Ziehen
Sie bitte die Hose hinauf", sagt Margot Schnaitter. "Noch
ein Stück. Noch ein Stück." "Muss ich zwei Socken
anziehen?" Herr S. ist unsicher. "Hose brauch ich doch
auch?" Dass er sie eben, Stück für Stück, hochgezogen hat,
ist vergessen, genauso wie die beiden Kinder, die er hat, die beiden
Scheidungen, die er hatte, der Alkoholentzug, den er durchgemacht
hat. Herr S. ist 59 Jahre alt.
Was
Frau H. für ihre Reisegruppe hält, versammelt sich im
Aufenthaltsraum. Der Bauer, der neben seinen toten Katzen gelebt
hatte, und das von Fleisch und Wurst ausschließlich. Das lieferte
der Metzger, solange er vom Konto abbuchen konnte. Der leitende Arzt,
der bis heute nicht versteht, warum man ihn nicht mehr arbeiten
lässt. Er spricht sehr gewählt und nur in Reimen: Berufsverbot ist
so ein Kot.
Die
alte Mutter, die ihr Puppenkind streichelt und vorzeigt mit seinem
geblümten Kleid und dem blütenweißen Kragen, und die so viel
erzählt über die Kleine, wie stolze Mütter das tun. Sie spricht in
einer Sprache, die allein sie versteht. Und es kommt der Mann herein,
für den sich Frau D. zum ersten Mal seit einem halben Jahr selbst
anzogen hat. Herr L. mit den strahlend blauen Augen setzt sich neben
sie an den Tisch. Sie legt die Hand auf sein Bein, als er den Teller
leer isst. Er kümmert sich, dass auch sie genügend bekommt. Dann
sagt er "Christine" zu ihr, wie eine seiner Freundinnen von
früher heißt. Oder er fragt das Pflegepersonal, wer diese Frau
eigentlich ist, mit der er Händchen hält.
Jeder
der 16 Bewohner auf Station I trägt seine eigene Welt im Kopf. Sie
ist verschüttet, von Demenz, von Alkohol. Das zwingt die Menschen in
ein System, in dem es nichts gibt, was nicht geregelt wäre.
Wasserlassen darf zwei bis drei Minuten dauern. Der Stuhlgang drei
bis sechs Minuten. Das Wechseln von Windeln, je nach Bedarf, zwischen
vier und zehn Minuten. Das Ankleiden acht bis zehn, das Entkleiden
vier bis sechs Minuten. Das geduldige Antworten auf Hunderte Fragen
ist in den "Richtlinien der Spitzenverbände der Pflegekräfte"
nicht vorgesehen.
"Krieg
ich auch was zu essen?" Herrn S. hält es nicht auf dem Stuhl.
Die Unruhe ist Zeichen seiner Krankheit. "Krieg ich Suppe?"
Er läuft in sein Zimmer. Er kehrt zurück. "Wann gibt es
Abendessen?" Er hat gerade gegessen. Frau H. winkt mit der Hand
ab. So ist es eben, wenn man mit der Gruppe auf Reisen geht: Einer
nervt immer. "Krieg ich noch was?", fragt Herr S. Sie
schüttelt den Kopf, dass die Perlen an den Ohren baumeln. Der alte
Bauer schimpft laut. Um Frieden zu schaffen, darf Herr S. den
Geschirrwagen zum Spülen schieben. Als er vor der Küche steht, sagt
er: "Ich muss auf die Toilette." Als er vor der Toilette
steht, fragt er: "Wann gibt es Frühstück?"
Altenpflege
schafft Sicherheit. Der Preis der Sicherheit ist die totale
Kontrolle. Im Computer wird für jeden Bewohner die Datei
"Vitalwerte" geführt. "Einfuhr" ist, wenn einer
ein Glas Wasser trinkt. Das Gegenteil heißt "Ausfuhr". Um
21.08 Uhr ist über Herrn S. notiert: "Starke motorische Unruhe
beim Bewohner am gesamten Nachmittag/Abend. Erscheint im Schnitt alle
fünf bis zehn Minuten, um Fragen nach dem Essen zu stellen. Er
möchte weiterhin ständig essen und trinken. Er sagt, dass die
Unruhe aus dem Brustbereich zu kommen scheint." Um 5.31 Uhr ist
zum letzten Mal für diesen Tag festgehalten: "Herr S. war bis
23 Uhr sehr unruhig und kam ständig aus seinem Zimmer. Ebenso war er
immer nass. Ab 23 Uhr schlief der Bewohner. Er musste aber mehrmals
zum Toilettengang geweckt werden, da Inkontinenzeinlage nass war
(extrem viel Ausfuhr, bitte weiter beobachten)."
Die
Würde des Menschen wird tastbar. Im Alter rückt sie bis an die
Haut. Wer Glück hat, trifft auf Margot Schnaitter, die das Bettzeug
nass liegen lässt, weil sie sich um den Menschen darin kümmern
will. Oder auf den Altenpfleger Helge Gruner. "Wir sind
prinzipiell gegen Fixierung", sagt der. "Und wir sind der
Meinung, wir sind so gut, wir kriegen das hin." Oder auf die
frühere Mitarbeiterin des Alten- und Betreuungszentrums Wasserburg,
die eben mal vorbeikommt, um der alten Mutter auf der Station I den
Buggy ihres Sohnes zu schenken. Damit die ihr Puppenkind künftig im
Wagen voller Stolz in den Aufenthaltsraum fahren kann. Wer Pech hat,
um den kümmern sich keine Menschen. Den erfasst ein rationalisiertes
System.
Andernorts
gibt es die "Waschstraße". Früh am Morgen schiebt man die
alten Menschen halbnackt im Rollstuhl in Reihe, um sie schnell und
effektiv sauber zu bekommen. Da gibt es die Anweisung, die Bewohner
nicht zu sehr mit Trinkwasser zu "gießen", damit Windeln
und Bettwäsche nicht so häufig gewechselt werden müssen. Wer nicht
ins System passt, wird passend gemacht. Der wird "sediert"
oder "fixiert", stillgelegt mit Medikamenten oder Gurten.
Und wenn sich kein Richter findet, der die Fixierung freigibt,
bleiben die Hausmittel: Es genügt ja, die Brille zu verstecken. Die
Kleidung zu verschließen. Oder Rollstuhl und Gehstock außer
Reichweite zu stellen, um den Menschen kostengünstig im
"Sit-by-Modus" zu halten.
Andrea
Berzlanovich ist eine Freiheitskämpferin. Wer sie besuchen will,
sollte kein allzu sensibles Gemüt mitbringen. Die Professorin für
Gerichtliche Medizin, wie das in Wien heißt, arbeitet in der
Sensengasse 2. Den Flur zu ihrem Büro schmücken großformatige
Bilder. Sie zeigen ein erschossenes Schwein. Man hat ihm Jeans und
T-Shirt angezogen. Postergroß demonstriert es Verwesungsstadien.
Es
ist keine schlechte Einstimmung. "Für mich ist Fixierung gegen
den eigenen Willen eine Form der Gewalt", befindet Andrea
Berzlanovich. Sie stellt ihr Anliegen mit Fotos vor. Das erste Bild
zeigt ein braunes Bett mit Bettgitter.
Eine
Frau liegt mit der Brust auf der Bettkante. Beim Versuch, aus der
Fixierung im Bett zu kriechen, ist sie unters Gitter gerutscht. Der
Bauchgurt hat sie festgehalten. Der Abstand zwischen Matratze und
Stäben beträgt neun Zentimeter. Diese Handbreit hat der Frau
genügt, dazwischen ihr Leben zu lassen. Sie war nur 1,50 Meter groß
und 43 Kilogramm leicht. Das Zimmer entspricht der Norm, das Bett,
das Gitter und das Fixiersystem.
"Die
Menschen sind nicht genormt", warnt die Rechtsmedizinerin.
Andrea Berzlanovich hat in Deutschland 36 Tote in Fixiergurten
untersucht. 31-mal war der Gurt die Todesursache. In einem Fall lag
der Tote zwölfeinhalb Stunden, bis ein Pfleger nach ihm sah. "Drei
Mechanismen führen zum Tod, welche würden Sie wählen?"
Die
Rechtsmedizinerin klingt wie Günther Jauch im Fernsehquiz. "A:
Kopf-Tieflage - zwei Fälle. B: Brustkompression - elf Fälle. C:
Strangulation: 18 Fälle." Wer kopfüber mit dem Knie im Gurt
hängen bleibt, stirbt langsam. Wem der Gurt beim Versuch, aus dem
Bett zu krabbeln, über die Brust rutscht, quält sich 20 Minuten aus
dem Leben. Strangulieren ist der schnellste Weg in den Tod.
Hauptgewinn, Glückwunsch.
"Wer
schützt wen?", fragt Andrea Berzlanovich. Die Kämpferin für
die Freiheit im Alter ist überzeugt, dass die Qualität im Leben
immer auch verbunden ist mit der Gefahr. Niemand würde ein kleines
Kind festbinden, damit es sich nicht die Knie aufschlägt. Beim alten
Menschen ist Fixierung üblich, um ihn vor einem Sturz zu bewahren.
"Schützt das Heim den Bewohner? Das Heim den Angehörigen vor
noch mehr Scherereien? Oder provokant: Schützt es sich selber vor
Verantwortung?"
Die
Gefahr ist die Angst. Sein Leben lang erwirbt sich der Mensch das
Recht, unvernünftig zu sein.
Er
darf, sobald er den Führerschein hat, mit 240 Stundenkilometern über
die Autobahn fahren. Er darf, sobald er volljährig ist, zehn Bier am
Tag trinken. Er darf auch, sofern er Fernsehgebühr zahlt, Lebenszeit
an Heidi Klum verschwenden und ihre Suche nach "Germany's next
Topmodel". Im Alter endet das Recht auf Unvernunft. Das System
Pflege übernimmt die Verantwortung. Und es hat die Kontrolle.
Die
Angst im System kann tödlich werden. Stephanie Flähmig hat diese
Angst erlebt. Im Dezember 2008 beginnt die 26-Jährige, im
Stephanus-Pflegeheim der Diakonie in Dinkelsbühl zu arbeiten. Sie
lernt, dass die "Flüssigkeitsbilanz" bei den Bewohnern zu
stimmen hat. Sie lernt auch, dass Bewohner dann aufs Klo zu setzen
sind, wenn es in den Stationsablauf passt. Und sie erlebt, dass
gegessen werden muss, und das um jeden Preis. Stephanie Flähmig
erlebt das bei einer Frau, die keinen Appetit hat, weil sie sich
nicht wohlfühlt. "So geht das nicht", befindet die
Stationsleiterin. Die Vorgesetzte zwingt der Bewohnerin das Essen in
den Mund. Die Frau verschluckt sich, würgt, läuft blau an im
Gesicht und an den Händen. Sie stirbt. Ein Arzt wird nicht gerufen.
"Das ist keine Bösartigkeit", erinnert sich Stephanie
Flähmig. "Das steckt im System. Es zählt nur, dass alles
abgehakt ist. Wir hatten Angst, die Vorgaben nicht zu erfüllen. Wir
hatten Angst vor der Stationsleitung. Und als die Patienten starben,
hatten wir Angst um unsere Arbeitsplätze."
Am
letzten Tag ihrer Probezeit kündigt Stephanie Flähmig. Zusammen mit
ihrer 24 Jahre alten Kollegin Katrin Haderlein unterzeichnet sie ein
Mängelprotokoll. Zwei weitere Todesfälle listet sie darin auf. Eine
Frau S. klagt über starke Bauchschmerzen und verfärbt sich gelb im
Gesicht. "Die Stationsleitung untersagte der zuständigen
Mitarbeiterin, einen Arzt zu rufen", beschreibt Stephanie
Flähmig. Die Begründung: "Sie stirbt ja eh gleich." Eine
Frau M. wird weinend vor Schmerzen und mit Blut im Stuhl im
Pflegeheim festgehalten. Zwei Tage muss sie auf den Arzt warten. Als
der kommt, schickt er sie ins Krankenhaus. Dort stirbt sie kurz nach
der Einlieferung. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Weitere
Zeugen melden sich. Die Altenpflegerin Diana Feilhauer, 38, zeigt ihr
Handy. Heimlich hat sie in dieser Station im Altenheim der Diakonie
in Dinkelsbühl ein Video aufgenommen. Es dauert eine Minute und
zwölf Sekunden. 72 Sekunden können lang sein. Ein alter Mann liegt
im Bett. Sein Kopf ist nach hinten überstreckt, der zahnlose Mund
aufgerissen. Auf die Stirn hat man ihm einen blauen Waschlappen
gelegt. Röchelnd quält er sich bei jedem Atemzug. "Manfred, wo
hast du Schmerzen?", fragt endlich eine Frauenstimme. Langsam
wendet der alte Mann den Blick, die Augen suchen Halt. Er klopft sich
mit der Hand auf die Brust. Sie darf keinen Arzt holen, berichtet
Diana Feilhauer. Sie soll Fieber messen. Nach zehn Jahren in dem
System kündigt auch sie.
Für
die Aufklärungsarbeit bedankt sich das Stephanus-Heim der Diakonie
in Dinkelsbühl am Freitag vergangener Woche mit einem Hausverbot, es
kommt per Einschreiben mit Rückschein. "Wir haben Zeugen und
Beweise geliefert", sagt Stephanie Flähmig. "Passiert ist
nichts. Ganz allein wir sind verhört worden." Die Pflege
leidet, das System erfreut sich allerbester Gesundheit.
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